Interview mit Michiel Trouw

Michiel_Trouw

PHYSIOtalk Interview
„Physiotherapie im Ausland“

mit Michiel Trouw, Physiotherapeut aus den Niederlanden


Physiotalk:
Wo genau arbeiten Sie und was sind Ihre Arbeitsschwerpunkte?

Michiel Trouw:
Ich arbeite in einer kleinen, spezialisierten Praxis in Hengelo, Niederlande, und meine Arbeitsschwerpunkte sind das Behandeln von Patienten mit Schmerz und Dysfunktionen im Kopf-, Kiefer- und Nackenbereich.

Physiotalk:
Wie lange sind Sie schon Physiotherapeut/in und wie lange arbeiten Sie in Ihrer jetzigen Tätigkeit?

Michiel Trouw:
Ich bin seit 1992 Physiotherapeut, seit 1998 Manual-Therapeut (OMT) und ab 2008 Master of Applied Science Manuelle Therapie und arbeite seit 1992 durchgehend als Physiotherapeut.

Physiotalk:
In welchem Land haben Sie Ihre Ausbildung absolviert?

Michiel Trouw:
In den Niederlanden

Physiotalk:
Wie kann man sich diese Ausbildung vorstellen bzw. gibt es Unterschiede zu einer Ausbildung in Deutschland?

Michiel Trouw:
In die Niederlande gibt es nur Physiotherapie-Ausbildungen, die auch direkt zum Bachelor Titel führen und ausbilden. Die gesamte Ausbildung dauert 4 Jahre mit verschieden Praktika in dieser Zeit.

Physiotalk:
Wie hoch ist in Ihrem Land das Durchschnittsgehalt eines Einsteigers?

Michiel Trouw:
Ist mir zur Zeit unbekannt.

Physiotalk:
Wie sind Ihre Arbeitszeiten?

Michiel Trouw:
Abhängig von der Arbeitsstelle ist das durchschnittlich 08.00 – 17.00 Uhr. Manche Physiotherapeuten arbeiten von 08.00-18.00 Uhr oder auch ab und an abends.

Selbständigkeit und gut begründetes „Clinical Reasoning“ als Grund für eine gute und moderne Behandlung mit Hands-On!

Physiotalk:
Wie sind Ihre Arbeitsbedingungen bzw. gibt es einen deutlichen Unterschied zu Deutschland?

Michiel Trouw:
Im Durchschnitt ist das Gehalt pro Stunde höher,  dafür müssen holländische Physiotherapeuten aber sehr viel extra und verpflichtende administrative Aufgaben rund um die Patienten (-karte) erledigen.
Das bedeutet meist mindestens eine halbe stunde Administration pro neuen Patient, und 10 Minuten Administration pro Termin.

Physiotalk:
Was lieben Sie an Ihrer Arbeit?

Michiel Trouw:
Sehr viel! Das Arbeiten an komplizierten Schmerz- und Dysfunktionen im Kopf Nackenbereich macht mir sehr viel Freude. Es gibt jeden Tag eine echte Herausforderung meiner Kompetenzen. Die Administration ist aber langsam viel zu viel geworden aufgrund der Krankenversicherungen.

Physiotalk:
Was sind die Herausforderungen im Alltag?

Michiel Trouw:
Das gute Beurteilen von Klinische Mustern und das Nutzen von Clinical Reasoning!
Das Hands-On Arbeiten ist nach einer guten Beurteilung nicht das schwierige.

Physiotalk:
Was meinen Sie war Ihre wichtigste Fortbildung in Ihrem Leben für Ihren Beruf?

Michiel Trouw:
Das war 100% CRAFTA!

Diese Spezialisierung hat mein eigenes Behandeln am Patienten, aber sicher auch meine Praxis total geändert. Jetzt bin ich in einer spezialisierten Praxis, und es kommen Patienten aus größrere Entfernung zu mir. Das bedeutet, dass ich immer mehr Patienten aus meiner Spezialisierung sehe, und deshalb auch immer weiter wachsen kann in diese Richtung.

Physiotalk:
Was wünschen Sie sich von Ihren Patienten?

Michiel Trouw:
Eine gute Kooperation mit meiner Therapie, deshalb nehme ich mir auch sehr viel Zeit für die Aufklärung meines Behandlungsplans. Meine Patienten müssen gut mitarbeiten.

Physiotalk:
Gibt es in Ihrem Land Verbände und falls ja, welche sind das?

Michiel Trouw:
Ja, es gibt die KNGF (Königlich Genossenschaft für Physiotherapie).

Die versucht die Physiotherapie inhaltlich zu verbessern, aber auch PR zu machen. In dieser Zeit eine schwere Aufgabe, da es so viel Wechsel in Verträgen mit Versicherungen gibt.

Physiotalk:
Sind Sie ein Verbandsmitglied?

Michiel Trouw:
Ja, es ist auf diese Art und Weise billiger im verpflichtenden Qualitäts-Register zu bleiben.

Physiotalk:
Was wünschen Sie sich von einem Berufsverband?

Michiel Trouw:
Ein Verband, der sich nur um PR in der Physiotherapie kümmert und nicht versucht, ständig neue Richtlinien zu bedenken.

Physiotalk:
Wie lange meinen Sie, können Sie Ihren Beruf in der gleichen Form ausüben?

Michiel Trouw:
Bis 70 Jahre hoffe ich, Unterricht zu geben zusammen mit sehr spezialisierter Physiotherapie, macht Spaß und kann bestimmt bei guter Gesundheit lange weiter gemacht werden!

Physiotalk:
Nutzen Sie E-learning oder besuchen Sie ab und an Internetseiten für Ihren Beruf?

Michiel Trouw:
Ja! Vor allem die CRAFTA E-learning bei Thieme hat eine super gute Qualität.

Physiotalk:
Was ist Ihnen das Wichtigste als Physiotherapeut/in

Michiel Trouw:
Selbständigkeit und gut begründetes „Clinical Reasoning“ als Grund für eine gute und moderne Behandlung mit Hands-On!

Das PHYSIOtalk-Team bedankt sich recht herzlich bei Ihnen für das Interview,

wünscht Ihnen alles Gute für die Zukunft und bitte bleiben Sie gesund!




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