Fachbeitrag von Dr. Marc Trefz zum Thema Radiologie

Marc Trefz

Fachbeitrag – Radiologie für Therapeuten

Immer häufiger werden radiologische Verfahren in der heutigen Medizin eingesetzt. Vor allem in der initialen Diagnostik von Verletzungen als auch bei degenerativen Erkrankungen werden bildgebende Verfahren routinemäßig eingesetzt. Dies hat zur Folge, dass auch Therapeuten immer häufiger mit „Bildern“ durch Ihre Patienten konfrontiert werden. Meist war die Erläuterung beim Arzt nicht verständlich oder zu kurz, so dass sich immer mehr Patienten auch hilfesuchend an Ihre langjährigen Therapeuten wenden.

Dies wirft jedoch gleich mehrere Probleme auf – zum Einen ist die Radiologie in der Therapeutenausbildung meist nur ein Randthema auf das nur unzureichend eingegangen wird und zum Anderen möchte man dem Patienten wie gewohnt kompetente Hilfestellung geben, ist aber häufig schon mit den grundlegenden Funktionsweisen der unterschiedlichen radiologischen Verfahren überfordert.

Ein Dilemma bei dem der Kurs helfen möchte den Umgang mit den gängigsten radiologischen Verfahren (Röntgen, CT, MRT und Sonographie) Schritt für Schritt zu schulen.

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Des Weiteren soll auf alltägliche Probleme mit dem Verständnis radiologischer Verfahren eingegangen werden. Dies soll helfen die Behandlung von Patienten noch besser zu gestalten.  Dabei geht es nicht um die genaue Befundung bestimmter Bilder – das sollte dem Radiologen bzw. dem Facharzt überlassen werden, sondern um das wissen was eine bestimmte Bildgebung abbilden kann und was eben auch nicht. Dies ist wichtig für die Therapie von z.B. Sportverletzungen, da die Aussage des Patienten – auf dem Röntgen sei nichts zu erkennen gewesen- dem geschulten Therapeuten lediglich sagt, dass keine knöchernen Strukturen beteiligt waren, eine Weichteilverletzung z.B. im Sinne eine Bandruptur aber weiterhin nicht ausgeschlossen werden kann!

Im Gegenteil muss bei nicht adäquater oder zu langsamer Verbesserung der Beschwerdesymptomatik trotz therapeutischer Behandlung eine erneute bzw. weiterführende Diagnostik durchgeführt werden – hierfür ist das Verständnis für die Aussagekraft der jeweiligen radiologischen Verfahren unerlässlich.

Weiterhin ist es für eine Therapeuten von großer Wichtigkeit nicht nur die Pathologie beschrieben oder überwiesen zu bekommen, sonder auch die Ursache der Pathologie zu kennen. Dies ist jedoch meist nicht im Bericht des Radiologen – der lediglich die Pathologie beschreibt – mit aufgeführt. Der Erfolg der Therapie hängt jedoch maßgeblich mit der Ursache der Beschwerden zusammen. Ein pathologischer bildgebender Befund muss aber nicht zwangsläufig für die Beschwerden des Patienten verantwortlich sein – ein auf diesem Befund aufgebauter Behandlungsansatz ist somit von Anfang an zum scheitern verurteilt und sowohl für den Therapeuten als auch vor Allem für den Patienten unbefriedigend und nicht hilfreich. So kann ein und derselbe Befund bei zwei unterschiedlichen Patienten (z.B. jung und alt) vollständig unterschiedliche Behandlungsansätze nach sich ziehen.

 

Dr. Marc Trefz

 

Dabei ist es von größter Wichtigkeit nicht nur zu wissen was man in einer spezifischen radiologischen Bildgebung sehen kann, sondern es ist mindestens genau so wichtig zu wissen was man in diesen Bildern NICHT sehen kann…. Wer in einem Röntgenbild versucht einen Weichteilschaden zu erkennen oder eine Bandverletzung zu diagnostizieren oder auszuschließen, wird von vornherein zum Scheitern verurteilt sein. Klassischerweise sind aber die häufigsten Sportverletzungen die eine therapeutische Behandlung nach sich ziehen weniger knöchernen sondern meist weichteiligen Ursprungs, wie beispielsweise die Bandruptur des Sprunggelenkes oder muskuläre Verletzungen. Eine unauffällige Röntgenuntersuchung darf den geschulten Therapeuten jedoch nicht eine ernste Verletzung ausschließen und einen falschen therapeutischen Ansatz mit zum Teil ernsten Folgen für den Patienten nach sich ziehen lassen.

Eine weitere häufig zu beobachtende Frage von Patienten an Ihre Therapeuten ist die Einschätzung der Notwendigkeit und des Nutzens einer radiologischen Untersuchung. Auch hier gehen der Anspruch des Therapeuten, seine Patienten kompetent zu beraten und dem Wissen über die Möglichkeiten der einzelnen radiologischen Verfahren, stark auseinander. Die Angst „unkompetent“ zu wirken, lässt Therapeuten häufig dazu verleiten, Empfehlungen auszusprechen, die weder fundiert noch zweckmäßig sind.

Tipps und Tricks – an praktischen Beispielen erläutert – sollen im Kurs helfen, ein besseres Verständnis für die einzelnen Verfahren zu schaffen. Dabei müssen die notwendigen Grundlagen, die Vor- und Nachteile sowie die Besonderheiten der unterschiedlichen Verfahren erläutert werden. Nur dadurch kann ein Verständnis für den Umgang in der Praxis vermittelt, der größtmöglichen Nutzen aus einem bildgebenden Verfahren gezogen und somit eine adäquate Therapie abgeleitet werden.

Inhalt dieses Kurses sind die gängigsten radiologischen Verfahren wie Röntgen, CT, MRT und Sonographie. Ein Überblick über weitere Arten der Bildgebung wie Szintigraphie oder die Wirbelsäulenvermessung runden den Kurs ab. Ein Skript hilft dabei die erlernten Fakten auch nach dem Kurs in Erinnerung zu halten.

Dr. Marc Trefz


Kurzvita Dr. Trefz

Der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Chirotherapie und Sportmedizin,

erhielt seine Ausbildung in der renommierten Klinik für Orthopädie und Sportmedizin München-Bogenhausen unter der Leitung von Dr. L. Seebauer. Dr. Trefz ist Gewinner des GOTS-MEDI Fellowship sowie des Aircast Pittsburgh Clinical Fellwoship. Weiterhin betreut Dr. Trefz die deutschen U17- Fußballnationalmannschaft und die Basketballer des FC Bayern München (Herren 2 und Nachwuchs). Dr. Trefz ist Partner in der Praxis Herzogpark in München


Der Kurs zum Beitrag u.a.

Radiologie für Therapeuten
Bei FiM – Fortbildung in München
www.fortbildung-in-muenchen.de

seminar        Bilder sagen mehr als tausend Worte 14 FPs
Freitag, den 22.08.2014, 16:00 – 19:30 Uhr und Samstag, den 23.08.2014, 08:00 – 16:30 Uhr Kursgebühr: 199,00 €




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