Osteopathie bei Rückenschmerzen: Diagnostik und Therapie

Dr. Thomas Kia

Buchtipp: "Integrative Osteopathie bei Rückenschmerz – Systematische Diagnostik und ganzheitliche Therapie"

Kurzinfo Dr. Thomas Kia

Der Mediziner Dr. Thomas Kia bietet an seiner eigenen Akademie Kurse zu den Themen integrative Medizin und Osteopathie an. Nun gibt er sein Wissen auch in Form eines Buches weiter.

Das Interview

Cover

PHYSIOtalk: Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Buch. Wie genau heisst es, wo ist es erschienen, was kostet es und wo genau kann man es erwerben?

Dr. Thomas Kia: Danke. Das Buch heißt „Integrative Osteopathie bei Rückenschmerz – Systematische Diagnostik und ganzheitliche Therapie“. Es ist beim Elsevier-Verlag erschienen und kostet 59,-€. Interessierte Therapeuten können das Buch in jeder Buchhandlung oder online kaufen.

PHYSIOtalk: Fällt Ihnen das Schreiben leicht?

Dr. Thomas Kia: Ach, ich schreibe schon seit dem Medizinstudium. Leicht fällt es mir nur, wenn ich von einem Thema begeistert bin. Mit der Begeisterung kommen mir häufig auch Ideen, wie man andere für ein Thema fesseln kann. So fällt die Umsetzung recht leicht.

PHYSIOtalk: Was begeistert Sie am Schreiben und insbesondere an der Vermittlung von Wissen?

Dr. Thomas Kia: Ich habe damals schon während meiner Ausbildung eigene Aufzeichnungen erstellt, da die Literatur entweder viele Lücken hatte oder wenn sie fachlich gut war, didaktisch eine große Katastrophe darstellte. Letztendlich habe ich aus all diesen Büchern eine für meinen Geschmack vollkommene Aufzeichnung erstellt: didaktisch gut, ohne unnötigen Füllstoff und mit brauchbarem Wissen. Und daran mangelt es häufig. Die Fachliteratur ist zwar heute vom Layout viel schöner geworden, aber inhaltlich begeistern tut sie nicht immer. Angehende aktive Therapeuten zu motivieren und Begeisterung zu schaffen, das macht mir Spaß.

PHYSIOtalk: Meinen Sie, dass Ihr Buch in 2014 mehr Leser als E-Book kaufen werden?

Dr. Thomas Kia: Ich persönlich nehme ein Buch gerne in die Hand. Ich kann mich auch nicht wirklich motivieren, ein Lehrbuch am Monitor zu lesen. Ganz anders ist es bei Fachartikeln, diese lese ich gerne auf dem Tablet.

“Das Buch beginnt zunächst mit der Frage, wie ein Mensch funktioniert.”

PHYSIOtalk: Was erwartet den Leser Ihres Buches, insbesondere Physiotherapeuten?

Dr. Thomas Kia: Das Buch beginnt zunächst mit der Frage, wie ein Mensch funktioniert. Alle unsere Handlungen unterliegen einer Steuerung, auch die Körperhaltung, Fehlhaltung, Schonhaltung usw. Welche Faktoren bestimmen und modifizieren diese Steuerung? Hierzu habe ich ein Einleitungskapitel zusammengestellt, das die komplexe Zusammenarbeit unserer Körpersysteme verständlich darstellt – der Mensch ist komplexer als wir denken und die manuelle Therapie begrenzt sich nicht nur auf das muskuloskelettale System.

Ein Feedback der Studenten war immer wieder eine Darstellung der Differentialdiagnosen. Dieses Wissen schließt die Brücke zwischen Arzt und KG. Wie erkenne ich Red-Flags und Yellow-Flags? Des Weiteren habe ich mit meinem Autorenteam für die effektive Untersuchung der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule nur die praktikablen und aussagefähigsten Untersuchungstechniken zusammengestellt. Therapeuten werden häufig von den vielen Techniken in den gängigen Büchern erschlagen, die nicht praxistauglich sind. Was mach ich wann und was sagt mir diese Untersuchung?

In einem weiteren Abschnitt werden Prinzipien und Therapien der Osteopathie vorgestellt, die sich unserer Meinung besonders gut eignen, Schmerzpatienten zu helfen und dafür benötigt man nicht unbedingt eine übertrieben lange 5-jährige Osteopathieausbildung.
Um den didaktischen Wert des Buches möglichst hoch zu halten, werden 4 authentische Patienten vorgestellt (Günther, Angelika, Roland und Inge), auf die in allen Kapiteln immer wieder Bezug genommen wird. Die vier Patienten repräsentieren typische Beschwerdebilder, die in jeder manualtherapeutischen Praxis häufig vorkommen. Und die Herangehensweisen unterscheiden sich stark. Die vier Patienten begleiten uns durch das gesamte Buch.

PHYSIOtalk: Was ist das besondere an der integrativen Osteopathie bei Rückenschmerz?

Dr. Thomas Kia: Nach inzwischen weit über 10 Jahren in der Osteopathie, musste ich mit Bedauern feststellen, dass nicht nur große Wissensinhalte der Osteopathie in die Kategorie „Hokus Pokus“ einzustufen sind. Vor allem die Osteopathie, die sich von belgischen und französischen Schulen in vielen deutschen Akademien durchgesetzt hat. Daneben wird die Osteopathie dem Anspruch der ganzheitlichen Therapie sicher nicht gerecht. Mit meinem Buch will ich diesem Anspruch gerecht werden. Daher die Bezeichnung „integrativ“. Erst die Integration von anderen Therapieformen (z.B. Ernährung, Feldenkreis, E-Technik), das Wissen über exogene Faktoren (Umweltgifte, Dysbalancen im vegetativen Nervensystem) und die Führung eines Patienten (Coping, Coaching) machen die Arbeit am Patienten ganzheitlich. Und davon erfährt ein angehender Osteopath in der heutigen Ausbildung nicht viel.

PHYSIOtalk: Was erwartet einen Patienten bei der Behandlung eines Therapeuten, der Ihr Buch gelesen hat?

Dr. Thomas Kia: Na ja, es wäre schön, wenn nur ein Buch aus einem Therapeuten die Perfektion herbei zaubern würde. Das Buch soll Kompetenz schaffen und zwar in vielen Ebenen der Therapie: Differentialdiagnose, Untersuchung, Therapiestrategie, Patientenführung… Vor allem war es mir wichtig, wegzukommen von Dogmatismus und stattdessen die Therapie eher spielerisch anzugehen.

PHYSIOtalk: Dürfen wir Sie fragen wie Ihr Arbeitsalltag aussieht?

Dr. Thomas Kia: Von montags bis donnerstags bin ich täglich ca. 11 Stunden in der Praxis tätig. Freitags ist mein eigener Fortbildungstag. Ich nehme mir für die Patienten in der Regel ca. 45 Minuten Zeit, bei der Erstkonsultation eine Stunde. Wir haben die Regel in der Praxis, dass nach drei Behandlungen das Problem behoben sein sollte bzw. der Patient auf einem guten Weg zur Selbstregulation ist.

“Um den didaktischen Wert des Buches möglichst hoch zu halten, werden 4 authentische Patienten vorgestellt.”

PHYSIOtalk: Welchen Rat geben Sie Jungautoren mit auf dem Weg?

Dr. Thomas Kia: Das Schreiben ist immer eine Bereicherung: Erstens gibt man sein Wissen an weitere Generationen weiter und damit kann es wachsen und verbessert werden und zweitens lernt man selbst unheimlich viel dazu. Zu verlieren hat man nur, wenn keine Begeisterung dahinter steht, sondern falsches Ego und Anerkennung nach außen. Letzteres sollte nicht die vordergründige Motivation für Jungautoren sein. Entfalte das Potenzial eines Lesers, ein guter Therapeut zu sein – das erfüllt einen Lehrer bzw. Autor.

PHYSIOtalk: Bieten Sie Kurse zu dem Thema an?

Dr. Thomas Kia: Ich habe meine eigene Akademie für integrative Medizin und Osteopathie (www.ozplus.de), an der ich verschiedene Kurse für Physiotherapeuten, Manualtherapeuten, Heilpraktiker und Ärzte anbiete, die gerne ihre Therapieeffektivität verbessern wollen. Die Kursreihen am Bewegungsapparat ermöglichen das Verfeinern und praktische Üben von ausschließlich effektiven Techniken. Daneben gebe ich Wochenendkurse zum Thema Säuglingsosteopathie und eine Kursreihe, bei der hauptsächlich über Gründe und therapeutische Strategien bei Therapieblockaden unterrichtet wird.
Ab nächstem Jahr kooperiere ich mit dem Fortbildungsinstitut Hamburg (FiHH) und werde dort meine strukturellen Osteopathiekurse (Quick Step Fast Track Konzept) unterrichten.

PHYSIOtalk: Was erwartet den Leser in Zukunft von Ihnen?

Dr. Thomas Kia: Lassen Sie sich überraschen – einige Ideen habe ich bereits….

PHYSIOtalk sagt DANKE für das Interview und wünscht Ihnen alles Gute!
Ihr Team von PHYSIOtalk.de




Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>