Neues Buch: „Lumbale Rückenschmerzen“

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Interview mit Harald Bant und Guido Perrot

Kurzinfo Harald Bant und Guido Perrot

Harald Bant und Guido Perrot arbeiten beide in der Sportphysiotherapie. Weiter sind sie auch als Dozenten und Autoren tätig. Nun haben sie gemeinsam ein neues Buch veröffentlicht.

Das Interview

PHYSIOtalk: Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Neuerscheinung im Thieme-Verlag. Mögen Sie sich und das Buch kurz vorstellen?

Harald Bant & Guido Perrot: Ich möchte unser Buch sehr gerne vorstellen:
Der erste Teil des Buches beschreibt aktuelle Grundlagen zum Thema experimentelle, physiologische Evidenz der Wirbelsäulendiagnostik und aktive Rehabilitation. Die ersten drei Kapitel beinhalten: die funktionelle Anatomie der Lendenwirbelsäule bezugnehmend auf das Stabilitätsmodel von Panjabi, physiologische Prozesse der Wundheilung, deren klinische Relevanz sowie mögliche physiotherapeutische Interventionen während den unterschiedlichen Phasen der Wundheilung. Darauf folgt ein Einblick in die Entstehung, Konsolidierung und Behandlung von Patienten mit chronischen Rückenschmerzen.
Kapitel vier bis sieben beschreiben einen klinischen Leitfaden in Diagnostik und aktiver Behandlung von Patienten mit lumbalen Rückenbeschwerden, den physiotherapeutischen Qualitätszyklus, um das Vorgehen der diagnostisch- und therapeutischen Phase aufzuzeigen sowie die Analysekarte der Wirbelsäule und einen Leitfaden zur Zielformulierung der physiotherapeutischen Behandlung.
Die Übungsempfehlungen in den verschiedenen ESP Rückenkarten sind ein methodischer Leitfaden, welcher von der lokalen Stabilität bis zur funktionellen Bewegungen führt. Im Kapitel „Wirbelsäulenrehabilitation-Trainingskreise“ folgt der methodische Aufbau des Trainings der motorischen Grundeigenschaften für Patienten, welche unter akuten lumbalen Rückenbeschwerden leiden.
Der zweite Teil dieses Praxisbuches beinhaltet fünf Fallbeispiele. Diese Fallbeispiele zeigen die Umsetzung der theoretischen Grundlagen auf konkrete Behandlungs- resp. Patientenziele. Sie dokumentieren den „clinical reasoning process“ und die Entscheidungsfindung in Diagnostik und Behandlung von fünf sehr unterschiedlichen Patienten mit lumbalen Rückenbeschwerden. Es werden nicht nur die experimentelle und physiologische Evidenz dargestellt, sondern auch die empirische Evidenz der Experten, die „patient values“ und Systemvoraussetzungen werden gewichtet.

PHYSIOtalk: Sie sprechen im Buch von „aktiven Therapien“. Was genau ist damit gemeint?

Guido Perrot

Guido Perrot

Harald Bant & Guido Perrot: Mit aktiven Therapien werden aktive physiotherapeutische Massnahmen gemeint bei der Behandlung von Patienten mit Lumbalen Rückenbeschwerden.
Jede physiotherapeutische Behandlung besteht aus vier wichtigen Pfeilen; Information und Aufklärung, passive physiotherapeutische Maßnahmen, aktive physiotherapeutische Maßnahmen und Heimübungen.
Gerade die letzten zwei Pfeile werden in diesem Buch ausgebreitet und beleuchtet. Das Ziel von allen physiotherapeutischen Behandlungen ist im Endeffekt, Patienten unabhängig zu machen von unseren Händen und einen Leitfaden zu geben, um ihr eigenes motorisches Verhalten zu optimieren, damit Rückenbeschwerden reduziert und ihnen der Zukunft vorgebeugt werden können.

PHYSIOtalk: Fällt Ihnen das Schreiben leicht?

Harald Bant & Guido Perrot: Im Deutschen gibt es ein wunderschönes Wort; Jein.
Für Schreiben muss mann “den Geist haben”. Wenn ich den habe, kann ich stundenlang schreiben. Wenn ich diesen nicht habe, höre ich sofort auf (Erfahrungswissen).
Einige Male habe ich es trotzdem versucht, aber dann braucht es lange Zeit, bevor man einen Gedanken zu Papier zugebracht hat und ich bin ich im Endeffekt meistens nicht zufrieden.
Schreiben ist eine angenehme Art, komplexe Gedanken zu ordnen.

Harald Bant

Harald Bant

PHYSIOtalk: Was erwartet den Leser Ihres Buches, insbesondere Physiotherapeuten?

Harald Bant & Guido Perrot: Teilweise steht das beschrieben bei der Vorstellung des Buches. Das Buch ist vor allem ein sehr klinisch orientiertes Buch. Der erste Teil des Buches gibt den Physiotherapeuten einen klar strukturierten klinischen Leitfaden für Diagnostik und aktive Rehabilitation beim Patienten mit lumbalen Rückenbeschwerden. Die Basis für Diagnostik und Rehabilitation wird beschrieben in Kapitel 1, 2 und 3; die funktionelle Anatomie der Wirbelsäule, der beeindruckende physiologische Prozess der Wundheilung und chronische Schmerzen. Alle drei Kapitel sind so geschrieben, dass jedes Mal der klinische Transfer für Physiotherapeuten dargestellt wird. Ab Kapitel 4 wechselt die Information von Hintergrundwissen zu Vordergrundwissen; direkte praktische Leitfäden für Diagnostik und Rehabilitation beim Patienten mit lumbalen Rückenbeschwerden. Der zweite Teil des Buches zeigt den klinischen Transfer unserer Methodik in fünf unterschiedlichen Fallbeispielen. Gerade diese Fallbeispiele zeigen die clinical reasoning-Prozesse der unterschiedlichen Autoren für ihre Entscheidungsfindung beim Patienten.

PHYSIOtalk: Was erwartet einen Patienten bei der Behandlung eines Therapeuten, der Ihr Buch gelesen hat?

Harald Bant & Guido Perrot: Patienten können Physiotherapeuten erwarten, welche eine deutlich klaren Leitfaden haben in ihrer physiotherapeutischen Untersuchung. Sie geben klare Informationen über die Art der Rückenbeschwerden und darüber, welche physiotherapeutischen Maßnahmen nötig sind, um im Endeffekt wieder optimal im Alltag, Arbeit oder Sport funktionieren zu können.

PHYSIOtalk: Dürfen wir Sie fragen wie Ihr Arbeitsalltag aussieht?

Harald Bant & Guido Perrot: Mein Arbeitsalltag ist sehr abwechslungsreich; Im Bereich Physiotherapie habe ich drei unterschiedliche Betriebe zusammen mit guten Kollegen: Der erste Betrieb ist das ESP Education Network. Ein Organisation, welche Fort- und Weiterbildungen anbietet. Schwerpunkte liegen bei Sportphysiotherapie, Themenkursen und einem MSc in advanced Physiotherapie Management. Die Fort- und Weiterbildungen finden statt in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Österreich, Polen und Kenia. In den Niederlanden habe ich in ein Betriebsgebäude mit zwei Firmen; das ESP Zentrum, ein Zentrum für Physiotherapie, medizinische Fitness und Reintegration, und Nexus, ein Fort- und Weiterbildungsinstitut für Physiotherapeuten. Neben dem Unterrichten behandele ich gerne Patienten und begleite Kollegen in der Praxis bei der Diagnostik und Rehabilitation.

PHYSIOtalk: Bieten Sie auch Kurse zu dem Thema an?

Harald Bant & Guido Perrot: Ja, wir bieten auch Wirbelsäulen-Kurse in unterschiedlichen Ländern an.

PHYSIOtalk: Wo genau kann sich ein Interessent über Ihre Bücher und Kurse informieren?

Harald Bant & Guido Perrot: Wenn Physiotherapeuten Interesse haben, dann können sie unsere Website besuchen: http://esp-education.org
Auf unserer Webseite finden sie alle Fort- und Weiterbildungszentren, in denen wir Ausbildungen und Kurse anbieten.

PHYSIOtalk sagt DANKE für das Interview und wünscht Ihnen alles Gute!
Ihr Team von PHYSIOtalk.de

Infos zum Buch
ISBN ist 9783131733719

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