Interview mit den Physiotherapeuten Maria Emmert & Caleb Cooke zum Thema: Poetry Slam in der Physiotherapie

DSC_4905

Interview mit Maria Emmert & Caleb Cooke

Das Interview

PHYSIOtalk: Hallo Herr Cooke/ Frau Emmert, wir freuen uns sehr über die Möglichkeit dieses Interviews, denn Sie sind Science Slamerin!
Mögen Sie sich und „Science Slam“ kurz vorstellen?

Caleb Cooke: Mein Name ist Caleb Cooke. Ich bin gebürtiger Australier, arbeite aber seit 12 Jahren in der Schweiz als Physiotherapeut. Letztes Jahr habe ich in Winterthur (Schweiz) meinen Master in Muskuloskelltale Physiotherapie abgeschlossen. Meine Masterarbeit wurde dabei ausgezeichnet. Hier ist dann die Idee entstanden, an der Abschluss feier anstatt die Arbeit auf traditionelle Weise vorzustellen, diese in Form eines Science Slams zu machen. Die Verantwortlichen hoffen, dass das Thema so für das Publikum verständlicher wäre.
Bei einem Science Slam versucht man eine wissenschaftliche Arbeit in ungefähr 10 Minuten einem Nicht-Expertenpublikum zu präsentieren. Das Ziel ist es aktuelle Forschungen (und deren Ergebnisse) auf unterhaltsame Art darzustellen. Beurteilt wird durch die Zuschauer.
Maria Emmert: Mein Name ist Maria Emmert. Ich bin Physiotherapeutin und arbeite seit 5 Jahren in der Schweiz. Letztes Jahr habe ich den Master of Science in Physiotherapie abgeschlossen. Das ist ein Master mit Schwerpunkt Forschung. Meine Masterarbeit erzielte einen Preis der Stiftung für Physiotherapie Wissenschaften. Bei der Abschlussfeier durfte ich meine Masterarbeit als Science Slam vorstellen. Dort waren auch Personen anwesend, die in der Forschung nicht versiert sind, wie zum Beispiel unsere Eltern. Um dem gesamten Publikum die Themen und Ergebnisse unserer Arbeiten auf eine anschauliche Art und Weise zu vermitteln, wählten die Organisatoren den Science Slam. Bei einem richtigen Science Slam bewertet das Publikum verschiedene Vorträge. Das wurde bei uns ausgelassen.

DSC_4863

PHYSIOtalk: Was genau ist der Unterschied zum Poetry Slam?

Caleb Cooke: Beim Science Slam versucht man eine wissenschaftliche Erkenntnis unterhaltsam zu erklären. Beim Poetry Slam werden kurze, selbst komponierte Texte “performed”.
Maria Emmert: Bei einem Poetry Slam können ganz verschiedene, selbst geschriebene Texte vorgetragen und in einer Art Performance dargestellt werden. Auch beim Science Slam waren wir sehr frei im Inhalt und der Darstellung unserer Arbeit, aber der wesentliche Inhalt waren unsere Forschungsarbeiten.

PHYSIOtalk: Und wie haben sie sich vorbeireitet auf diese Science Slam?

Caleb Cooke: Naja, ich wuste eigentliche gar nicht was ein Science Slam war, mein erster Anlauf war dann auch Youtube. An der Hochschule habe die noch einen Abendkurs besucht, welcher sehr hilfreich war.
Maria Emmert: In diesem Kurs haben wir eine Art Brainstorming miteinander gemacht und mit Hilfe einer erfahrenen Science Slammerin den groben roten Faden für unsere Vorträge festgelegt. Danach wusste ich, wie ein Science Slam abläuft und wie ich meinen Vortrag ungefähr gestalten wollte.

PHYSIOtalk: Was waren die Schwierigkeiten beim Präsentation vorbereiten und woher haben sie ihre Inspiration ?

DSC_4860

Caleb Cooke: Schwierig fand ich die Gradwanderung zwischen Unterhaltung und Wissenschaft richtig zu gestalten. Beim Vorbereiten des Slam wurde mir klar, dass sich der ganze Prozess meiner Masterarbeit witzig darstellen lies. All die banale Momenten: von Ethikantrag bis zum Auswerten der Statistik.
Maria Emmert: Man hat eigentlich keine Vorgaben, außer den zeitlichen Rahmen. Und ich wollte natürlich einen interessanten und auch lustigen Vortrag halten und das Publikum nicht langweilen. Mit den Freiheiten beim Gestalten einen roten Faden zu finden und die wichtigsten Sachen der Masterarbeit für den Science Slam herauszuarbeiten, das war die größte Herausforderung.

PHYSIOtalk: Wo kann man Sie zukünftig erneut auf der Science Bühne treffen?

Caleb Cooke: Das war vorläufig eine einmalig Sache, aber ich werden sicherlich in Zukunft versuchen, ein bisschen vom Stil des Science Slam in zukünftige Vortragen, die ich machen werde, einfließen zu lassen.
Maria Emmert: Zur Zeit steht kein neuer Termin für einen Science Slam, aber wenn sich die Gelegenheit bietet, würde ich gerne mal als Zuschauerin an einem Science Slam den erfahreneren Kolleginnen und Kollegen zuschauen.

PHYSIOtalk: Wenn Sie die Wahl hätten zwischen Science Slam und traditionellem Vortag, was würden Sie wählen?

Maria Emmert:Im Vergleich zu den eher “trockenen” wissenschaftlichen Vorträgen mit vielen Tabellen, Zahlen und Statistik kann ich den Science Slam nur empfehlen. Da kann man sogar im ersten Moment langweilige Themen sehr anschaulich, lustig und mitreißend darstellen. Es ist auf jeden Fall einen Versuch wert und sollte viel häufiger gemacht werden.
Caleb Cooke: Auf jeden Fall den Science Slam! Die Möglichkeit, einen Science Slam zu machen, sollte man nie abschlagen, da diese Form der Darstellung nicht oft möglich ist. Wissenschaft auf einfach und unterhaltsame Art darzustellen, ist einfach genial!

DSC_4900

PHYSIOtalk: Und wie war das alles im nachhinein?

Caleb Cooke: Eigentlich hatte ich nach dem Abschluss nicht all zu viel Lust mich nochmals mit meiner Masterarbeit zu beschäftigen, aber ich muss sagen der Science Slam hat so richtig Spass gemacht! Leuten am lachen bringen könne ist schon cool.

PHYSIOtalk sagt DANKE für das Interview und wünscht Ihnen alles Gute!
Ihr Team von PHYSIOtalk.de




Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>