Redcord: Therapie und Training – eine optimale Symbiose für die zukunftsorientierte Physiotherapie

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Interview mit Andreas Mausolf

Kurzinfo Andreas Mausolf

Andreas Mausolf, Diplom-Sportlehrer und Diplom-Kaufmann (FH), leitet als Country Manager für Deutschland, Österreich und die Schweiz die Redcord GmbH seit 2003.
Er ist u.a. verantwortlich für den Ausbau des Netzwerks der Neurac® Schwerpunktpraxen und entwickelt aktuell das Geschäftsmodell „Redcord Active Training“.

Das Interview

PHYSIOtalk: Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Kurs: Redcord Active. Mögen Sie sich und Redcord vorstellen?

Andreas Mausolf: Gerne. Ich nehme an, Redcord wird bereits vielen Lesern ein Begriff sein. Weniger bekannt wird sein: Mit der Neurac Therapie bieten wir seit mehr als 10 Jahren in Deutschland eine Therapie, die sehr effektiv die neuromuskuläre Ansteuerung beim Patient verbessert. Die bundesweit angebotenen Fortbildungen umfassen insgesamt 12 Tage. Eingebettet ist die Neurac Therapie in ein schlüssiges betriebswirtschaftliches Konzept – ein „Praxis-in-Praxis“ Konzept. Hier zeigen wir unseren Kunden auf, wie die Neurac Therapie im Praxisalltag bestmöglich integriert wird. Alle wichtigen Fragen werden beantwortet. In Marketing-Seminaren vermitteln wir aktuelles Wissen und bieten eine Plattform zum Erfahrungsaustausch.
Ergänzt wird dieses „Paket“ mittlerweile um die neuen Kurse „Redcord Active“.
Wir sind davon überzeugt, dass sich zukünftig im Therapiemarkt nur noch solche Therapien durchsetzen werden, die auch nachhaltig beweisen, dass sie dauerhaft den Patienten helfen können.
Die Formel welche wir dafür entwickelt haben, lautet: Neurac – als aktive Therapie bei neuro-muskulären Ansteuerungsproblemen der myofascialen Muskel-Fascienketten und der tiefenstabilisierenden Systeme kombiniert mit dem funktionsorientierten Schlingentraining von Redcord.

“Wir brauchen Redcord Active, um den ehemaligen Patienten nach der Therapie eine effektive Methode zu bieten, die seine Probleme dauerhaft lösen kann.”

PHYSIOtalk: Warum Redcord Active, wenn es bereits Neurac (Neuromuskuläre Aktivierung) als Ausbildungskonzept gibt?

PHYSIOtalk: Was genau ist der Nutzen für die Kursteilnehmer?

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Andreas Mausolf: Der beste Nutzen für die Kursteilnehmer ist dann gegeben, wenn die Kunden der Kursteilnehmer die Vorteile von Redcord Active annehmen, was dann der Fall ist, wenn wir die Kundenbedürfnisse möglichst exakt treffen. Unsere Erfahrungen mit Redcord Active bundesweit zeigen: ein einmaliges Redcord Active Training pro Woche erfüllt die Voraussetzungen, um die guten Therapieergebnisse langfristig zu konservieren. Und das ist exakt der entscheidende Vorteil, den die Zielgruppe der zumeist über 40-jährigen anführt. Diese Zielgruppe umfasst nicht die „Fitness-Ambitionierten“, das muss klar gesagt werden. Diese Kunden wollen nicht in einem Fitnesscenter trainieren, sondern suchen eine gute Betreuungssituation in einer verbindlichen Kleingruppe. Um eine ausreichend gute Betreuung bieten zu können, sollte ein umfassendes medizinisches Fachwissen bereits vor Beginn des 6-tägigen (2+2+2) Redcord Active Kurses vorhanden sein. Auf dieser Basis bietet sich qualifizierten Physiotherapeuten, Sportwissenschaftlern als auch sehr guten Trainern eine perfekte Möglichkeit, sich mit einem erfolgreichen Geschäftsmodell mit Gebietsschutz fernab jeder schnelllebigen Trends des Fitnessmarktes selbstständig zu machen.

PHYSIOtalk: Welches sind die Voraussetzungen, um am Redcord Active Kurs teilzunehmen?

Andreas Mausolf: Die Zielsetzung des Redcord Active Kurses und die Inhalte definieren bereits aus meiner Sicht ausreichend die Voraussetzungen, welche interessierte gut qualifizierte Physiotherapeuten, Trainer und Sportwissenschaftler mitbringen sollten, welche sich an der Schnittstelle zur Therapie positionieren. Die Anbindung an die Therapie verlangt gute anatomische und physiologische Kenntnisse, der Umgang mit Testprotokollen bedingt vor allem auch bei auftretenden Schmerzen die richtigen Schlussfolgerungen. Ganz ohne therapeutisches Wissen kommt der Kurs daher nicht aus.
Für Physiotherapeuten ist wesentlich, dass sie bereits umfangreiche Erfahrungen mit der Gruppe gesammelt haben. Methodik und Didaktik sind hier völlig anders als in der 1:1 Therapiesituation. Grundsätzlich ist unsere Empfehlung immer die: Der Physiotherapeut ist Therapie-Spezialist, das Gruppentraining sollte er den anderen Berufsgruppen überlassen.

PHYSIOtalk: Nehmen wir einmal an, ein Kursteilnehmer entscheidet sich für Redcord Active. Wie gewinnt er am besten seine Kunden für die Kurse?

Andreas Mausolf: Darüber klären wir jeden Kursinteressenten bereits zu Beginn auf. An dieser Stelle müssen wir zwei Ausgangspunkte unterscheiden. Zum einen die Physiopraxis, welche bereits mit Neurac arbeitet oder dieses vor hat und zusätzlich Redcord Active anbieten möchte. Zum anderen den Kursteilnehmer, der erstmal mit Redcord Active startet.
Im ersteren Fall werden die Kunden für das Gruppentraining ja bereits in der physiotherapeutischen Praxis durch die täglichen Therapien gewonnen. Am Ende der Therapie bedarf es dann nur des richtigen Angebots auf Basis eines ausführlichen Kundengesprächs, um möglichst viele Patienten für die Redcord Active Gruppen zu gewinnen.
Falls – wie im zweiten Fall angesprochen – ein Redcord Active Kursteilnehmer nicht auf eigene Patienten zurückgreifen kann, erfolgt auf Basis einer Potentialanalyse vor Ort die weitere Planung.
In diesem Kontext haben wir verschiedene Interessengruppen zu betrachten. Ich möchte an dieser Stelle nur zwei exemplarisch ansprechen: Betriebskrankenkassen und die von diesen betreuten Betriebe. Alle unsere Erfahrungen und Studienergebnisse bestätigen: nur ein durchdachtes Konzept, welches auch aktive Therapieaspekte mit einbezieht, wird Betriebe und Krankenkassen dauerhaft als als Kooperationspartner gewinnen. Die Ergebnisse aus diesen Kursen müssen dokumentiert werden. Wir berücksichtigen diese Anforderungen in unserem Geschäftsmodell durch ständige Überprüfungen der Kursteilnehmer. Dazu gehören standardisierte Verfahren, wie u.a. Movement Screens und Kinetic Chain Testprotokolle. Zumindest gelten diese Aussage für die Betriebe, welche ernsthaft „Betriebliche Prävention“ dauerhaft im Unternehmen verankern wollen. Und gute Ergebnisse, die sich dabei evaluieren lassen, überzeugen eben besser.

Das medizinisch ausgerichtete Schlingentraining hat sich als sehr wichtig positioniert und gehört bei uns seit mehr als 10 Jahren bereits zum festen Programm in unseren sportmedizinischen Zentren. Pro Woche werden in diesen Zentren betreuen pro redcord training Physiotalk.deWoche in unseren Kursen mehr als 400 Personen in Kursform. Mehr als 6 Kunden werden aber aus Qualitätsgründen nie pro Gruppe aufgenommen. Wir können heute sagen: Die Strukturen, welche wir aufgebaut haben, sind sehr erfolgreich. Vor allem um unsere Kunden dauerhaft gesund zu erhalten. Dieses funktioniert jedoch nur über eine gut organisierte Schnittstelle zur Therapie.

“Wir haben dafür die Guidelines „Corrective Exercises“ und Kriterien für unterschiedliche Leistungsgruppen entwickelt.”

PHYSIOtalk: Welches sind für euch die zentralen Elemente eines medizinisch konsequent ausgerichteten Schlingentrainings an der Schnittstelle zur Therapie?

Andreas Mausolf: Um das Redcord Active Gruppentraining konsequent am medizinischen Nutzen für den Patienten auszurichten, der ohne Umwege aus der Therapie kommt, bedarf es einer sehr guten Organisation der Schnittstelle zwischen Therapie und Gruppentraining. Die Trainer benötigen exakt die Ergebnisse der Neurac Testings, um alle an der Redcord Active Gruppe Teilnehmenden korrekt und bestmöglich betreuen zu können Alle Teilnehmer in den Redcord Active Gruppen müssen eine ausreichende Belastbarkeit ohne auftretende Schmerzen bei den Funktionstests nachweisen. Das ist in der Praxis aber nicht immer der Fall. Viele Kunden kommen mit Schmerzen oder funktionellen Dysfunktionen ins Training. Der Grund dafür: Diese Kunden wollen schnell die Therapie verlassen. Darin liegt dann auch eine hohe Motivation, um sofort nach der Therapie ohne Pause weiter zu trainieren. Wichtig ist, dass nicht die Intensität, sondern die weitere Verbesserung der richtigen Ansteuerung der myofascialen Muskelketten im Vordergrund steht. Die Voraussetzung hierfür bilden gut dosierbare Übungen. Wir haben dafür die Guidelines „Corrective Exercises“ und Kriterien für unterschiedliche Leistungsgruppen entwickelt.
Ergänzend zu den Kriterien für die Empfehlung zu einer der drei etablierten Leistungsgruppen haben wir zusätzlich ebenfalls Ausschluss-Kriterien definiert. Sind diese Ausschluss-Kriterien erfüllt, muss der Kunde zunächst in die Therapie zurück. Der Therapeut / Trainer gibt zielgerichtete Übungen vor und korrigiert diese umgehend oder bei auftretenden Beschwerden. Der Support durch Expander in geeigneten Tandem-Stationen ist hierfür notwendig, da nur auf diese Weise die korrekten Bewegungsprogramme im ZNS angesteuert werden. Nur durch den Einsatz der Expander lassen sich die Übungen leicht dosieren, so dass Übungen jeder Intensitätsstufe biomechanisch korrekt durchgeführt werden können. Der neuronale Input erhöht sich als Voraussetzung für die verbesserte Ansteuerung der Muskulatur. Das Ergebnis zeigt sich oft sehr schnell in einer einer verbesserten Muskel-Funktion. Falls bei einem Kursteilnehmer weiterhin bei bestimmten Übungen Schmerzen auftreten, wird mit den Therapie-Spezialisten eine Lösung gesucht.

PHYSIOtalk: Welche Bedeutung haben Movement Screens oder Kinetic Chain Tests bei euch in eurer täglichen Praxis?

Andreas Mausolf: Grundsätzlich haben diese eine hohe Bedeutung, da wir mit den Testprotokollen wichtige Informationen für die Trainingsplanung gewinnen als auch später den Erfolgsnachweis überhaupt erst ermöglichen. Außerdem ist es nicht sinnvoll, Trainingsreize auf einer bestehenden Dysfunktion aufzubauen. Spezielle Movement Screens und „Kinetic Chain Tests“ werden dem Training vorgeschaltet, um vorhandene Dysfunktionen zu lokalisieren. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass wir zwischen Ursache und lokalisierbarer Dysfunktion differenzieren. Die Dysfunktion in der HWS kann eine Folge einer anderen vorher entstandenen Dysfunktion sein. Ohne Tests gibt es somit keine „Corrective Exercises“ im Redcord Active Training. Vor dem eigentlichen Training gilt es in der Therapie, die funktionelle Belastbarkeit des Kunden wieder herzustellen, so dass die Trainingsreize nicht auf eine Dysfunktion gesetzt werden und schmerzfrei erfolgen. Für die tägliche Praxis bedeutet das ein umfangreiches korrektes Testen vor der Aufnahme des Trainings. Die Tests geben uns auch im fortlaufenden Training immer wieder Feedback über die Qualität des Trainings. Nur wenn wir die Ziele des Kunden erreichen und nachweisen können, gewinnen wir dauerhaft das Vertrauen anderer Partner im Gesundheitsmarkt.

PHYSIOtalk: Gibt es Studien oder Literatur zu dem Thema?

Andreas Mausolf: Auf Anfrage helfen wir gerne weiter.




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